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HRV

 

 

Vegetativum-, Regulationsfähigkeits-  und Stressanalyse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter HRV (Herzratenvariabilität / Heart ratio variability) versteht man die Tatsache, dass die Herzschläge eines gesunden Menschen nicht immer in exakt gleichen Abständen erfolgen.

Dies wäre für eine Maschine normal, keineswegs aber für ein nicht-lineares, biologisches System, das sich mit dieser „Ungleichmäßigkeiten“ einen Spielraum für rasche Anpassungsleistungen erhält. Werden die Abstände zwischen den Herzschlägen zu unregelmäßig spricht man von Herzrhythmusstörungen. Gibt es hingegen keine Variation im Herzrhythmus liegt eine ebenfalls ungesunde Starre vor. Die Herzratenvariabilität beschreibt die spontan auftretenden Veränderungen der zeitlichen Abstände zwischen zwei Herzschlägen (Puls). Eine bessere Anpassungsfähigkeit an Belastungen äußert sich durch eine größere Variabilität der Herzfrequenz. In Maßen sind Unterschiede in der Herzfrequenz also physiologisch, gewissermaßen die „Goldene Mitte“ zwischen pathologischer Starre und Chaos. Im Falle chronischer Stressbelastung und permanenter hoher Anspannung sinkt die die Variabilität der Herzfrequenz.

 

Bestimmt wird bei der Herzratenvariabilitätsmessung der Abstand zwischen zwei Herzschlägen durch die Zeit zwischen dem Beginn zweier Kontraktionen der Herzkammern. Dieser Beginn erscheint im Elektrokardiogramm (EKG) als der höchste Ausschlag, der genannte R-Zacke. Der Abstand zwischen zwei R-Zacken wird als RR-Intervall bezeichnet und kann als Herzfrequenz in millisekunden (ms) angegeben werden. Die Messung und Auswertung der HRV als solches ist nicht neu. Auch die in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) verwendete Pulsdiagnostik gibt Hinweise auf die HRV. Bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. erkannte der chinesische Arzt Wang Shu-he, dass ein variabler Herzschlag ein Zeichen für Gesundheit ist. Von ihm stammt der Satz „Wenn das Herz so regelmäßig wie das Klopfen eines Spechtes oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von 4 Tagen sterben.“

 

Die HRV findet nun langsam wieder Einzug in die Medizin. Heutzutage können mit dem Wissen um die menschliche Physiologie aus der zunächst simpel wirkenden HRV verschiedene, weit über das Herz hinaus reichende, Parameter abgeleitet und analysiert werden. Doch obwohl die HRV heutzutage recht einfach mit zahlreichen Geräten aus der Kardiologie und teilweise sogar mit im Sportbereich üblichen Geräten gemessen werden kann und obwohl ihr in anderen Ländern bereits größere Beachtung in der klassischen Medizin zuteil wird, wird sie hierzulande erst in jüngster Zeit vermehrt diskutiert. Noch fristet die HRV meist ein Schattendasein als Zusatzprogramm zur Auswertung des 24-Stunden-EKGs. Am ehesten findet sie derzeit Anwendung in der Sportmedizin, Belastungsteuerung und Leistungsdiagnostik, aber auch in der Entbindung wird sie berücksichtigt: Wird der Herzschlag des Embryos zu gleichmäßig deutet dies auf einen zu hohen Stresspegel und eine mögliche Gefährdung hin und kann ein Indikator für die Einleitung eines Kaiserschnittes sein.

 

Der Schlüssel zum Verständnis der diagnostischen Möglichkeiten der HRV liegt in der Erkenntnis, dass die Variabilität des Herzschlages seinen Ursprung in der Funktion des vegetativen Nervensystems (VNS) hat. Das VNS reguliert unwillkürlich ablaufende Körpervorgänge wie Blutdruck, Atmung, Verdauung und verschiedene Aspekte des Stoffwechsels. Es beeinflusst auch den Sinus-Knoten als zentralen Taktgeber des Herzens. Da es mit seinen verschiedenen Teile (Sympathikus, Parasympathikus) Steuerungsfunktionen im Körper übernimmt, kann über seine Aktivität auf entsprechende physiologische Funktionen wie z.B. Thermoregulation und Baroreflex rückgeschlossen werden. Die Zusammenarbeit von Sympathikus (Anspannung) und Parasympathikus (Entspannung und Regeneration) stellt in unserem Körper einen komplexes Regelmechanismus zur Steuerung viele physiologischer Prozesse dar. Hierbei wirken auch äußere Einflüsse, psychische Vorgänge und mechanische Abläufe (Atmung) differenziert ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über das Verhältnis von Sympathikus und Parasympathikus kann eine quantitative Beurteilung des Stresszustandes erfolgen. Disstress (im Gegensatz zum „guten“ Eustress) führt zu einer Dysbalance zwischen Sympathikus und Parasympathikus. Da die beiden Regelsysteme im Körper mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten arbeiten, kann über die Spektralanalyse des HRV eine Zuordnungen zu der Tätigkeit des Sympathikus bzw. des Parasympathikus gemacht werden. Kein anderes Verfahren erlaubt in vergleichbarer Weise direkte Einblicke in die Tätigkeit des vegetativen Nervensystems. Dadurch lassen sich prinzipiell alle Krankheiten erkennen, bei denen es über diesen Mechanismus zu Auswirkungen auf den Herzschlag kommt – auch Einblicke in die Psychoneuroendokrinologie sind so möglich. Dabei sind Erkrankungen zu unterscheiden, die direkt das autonome Nervensystem schädigen und Krankheiten, die sich etwa über dauerhaft erhöhte Stoffwechselbeanspruchungen indirekt auf das autonome Nervensystem auswirken. Die HRV wird u.a. in Zusammenhang mit folgenden Bereichen diskutiert: - Stressmedizin / - Rehabilitative Medizin / - Diabetische Neuropathie / - Psychatrische und Traumaerkrankungen / - Asphyxie bei Neugeborenen / - Asthma / - Sepsis / - Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und linksventrikulären Hypertrophie (LVH). In Russland wurden zudem Forschungen zum möglichen Zusammenhang von HRV-Parametern und malignen Prozessen unternommen.

 

Für eine qualifizierte Anwendung ist neben einer genauen Messung insbesondere das Wissen um die Zuordnung der Parameter von Bedeutung. Leistungsfähige HRV-Systeme unterstützen dies, indem Sie verschiedene Werte ausgeben, diese statistisch verarbeiten und in Bild- und Textform Zusammenfassungen von ca. ein Dutzend verschiedener Paramater erstellen. Mit den ca. handgroßen Geräte kann mit geringem Aufwand innerhalb von 5-10 Minuten mittels EKG oder Pulswelle (gemessen z.B. über den Puls am Zeigefinger) eine Datenerhebung durchgeführt werden. Die wiederholbare Anwendungsmöglichkeit der HRV bietet zudem einen guten Ansatz zur direkten Kontrolle und Ergebnisaufzeigung eingeleiteter Maßnahmen. Mittels verschiedner Auswertungen der gemessenen R-R-Intervalle (z.B. Standardabweichung zur Bestimmung der Streuung, Spektralanalyse zur Feststellung von Frequenzanteilen, Balkendiagramm zur Unterteilung in bestimmte Klassen etc.) können überraschend viele Aspekte analysiert werden. Mittels der Spektralanalyse können z.B. verschiedene Frequenzbänder (insbesondere VLF – very low frequency), LF (Low frequency) und HF (high freqency) unterschieden und den verschiedenen Teilen des vegetativen Nervensystems zugeordnet werden.

 

Hinweis: Die Herzraten-Variabilität-Diagnostik wird von der Schulmedizin diskutiert. Die Untersuchung mit einem HRV-Gerät ersetzt nicht den Gang zum Arzt oder Therapeuten.

 

Wenn Sie weitergehende Informationen zur Nilas MV HRV wünschen, senden Sie bitte eine Anfrage über das Kontaktformular.

 

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